Bildbeschreibung: 1992_papier_089

Nachtrag

Beitrag zum Katalog „mehrschichtig“, 1992

Temperamalerei_zeigt_eine_übermalte_Fläche_mit_Reste_von_Zeichen_vor_Himmel Bildbeschreibung Interpretation mehrschichtig mehrdeutig manipuliert Abstraktionsgrad Symbol Chiffre Zeichen Code Transformation Bildraum Umwandlung Umdeutung Semantik Assoziationsfeld Intuition Imagination Inspiration Struktur Zuordnung Information Zeichenrepertoire Zeichensystem Sinnbild Bildsprache Konzeptkunst
 1992_papier_089; Farbe auf Klebestreifen und Papier; 101 x 52 cm

Ausgangspunkt für meine Überlegungen war eine Fläche, den Bildraum vollständig erfassend, sich zart von pastellgelb nach coelin verändernd – entrückende Ferne, Idee. Darauf, der Bewegung folgend, Abdeckung zwar doch letztendlich Schutz, geometrisch, geradlinig, unbestechlich – Logik, Theorie; menschlicher Eingriff, nur wenig des Raumes erfassend, ihn doch wiedergebend in seinem Wesentlichen, doch auch trennend, Kategorien bildend. In der Wiederholung nur Verdoppelung. Daneben zwar und doch gleich. Der Vorgabe folgend – Aktion. In der Fülle berstend, schwarze Masse, aufstrebender Pinselhieb, hervortretend aus der Tiefe und mit der Basis verbunden. Erst im Vergeuden sammelt sie sich zur Form, überschreitet unbeirrt alles, auch die Grenze des Bildes, das sichtbar Gemachte. Zweiter Ansatz, parallel zum zweiten Gedanken. Jedoch weniger Kraft, Plagiat nur. Später sich manifestierend, im Freiraum angesetzt, schwächer. Die Grenze nähert sich, doppelt, Ecke. Ausweichen, Beruhigung. Aufstrebende Aktion, gleitet von einer Idee, vor dem Unabdingbaren zurückschreckend – lediglich Winkel, labil im Raum hängend. Erneutes Abdecken an der Grenze von Geist und Handeln – Raum Zeichen. Braun deckt alles ab, verwischt die Konturen, verzerrt die Formen indem es weiterträgt, ablöst, sich vermischt, zu einem verschmilzt – Erinnerung an ein Piktogramm, Mensch vereinfacht, in der Bewegung erstarrt. Tägliches Einerlei: satt und pastos, leicht und transparent. Nuanciert und doch Handeln stets vereinnahmend, den Grund verdeckend – Mensch-Sein. Zwischen Logik Freilegung des Grundes, abgeschabt. Idee leuchtet auf, getrübt, eingerahmt von Meta-Logik. Fleischfarbende und pastoses Blau, vordergründig beides, waagerecht – gebrochene Aktion. Erst mit dem Entfernen der Abdeckung wieder langsames Werden freier Formen, in den Grenzen der Parallelität. Hervorleuchtende Ideen, jedoch schon in ihrem Grunde beschädigt, abgerissen und verletzt. In der Aufarbeitung wieder Zusammenhängendes getrennt, selbständig: Ansatz und Verlauf, Oben und Unten, Warm und Kalt. Gleiches wird ungleich, Verbindendes wir übertönt. Freilegung ist Isolierung, Kategorie, Ausgrenzung. Veränderung des Bestehenden, in Anfang Gewesenen, neuer Ausdruck.

r. hanke, 1992