Essay: Zeichen

Webbeitrag von r. hanke 2018

Temperamalerei_mit_Zeichen_ähnelt_durch_Zuordnung_Mensch Abstraktionsgrad montieren Assoziationsfeld mehrdeutig Symbol Transkript Kombinatorik Umdeutung Intuition Imagination Inspiration Zuordnung Struktur Information Zeichenrepertoire Zeichensystem Bildsprache Konzeptkunst
 1989_papier_058; Kreide und Farbe auf Papier; 96 x 62 cm

„Diese hellblaue Schraffur rechts oben und angeschlossen das freihandgezeichnete Viereck – ich kann mir nicht helfen: Das sieht aus wie ein Gesicht. Dann würden die schwarzen Linien als Körper zu deuten …“ „Doch das verstehe ich nicht. Was bedeutet dann der weiße Pfeil?“ „…“

Temperamalerie_zeigt_quadaratische_Module_zu_Gesicht_umgeformt atypisch Variabilität Abstraktion mehrdeutig Symbol Transformation Umformung Umdeutung Assoziationsfeld Intuition Imagination Inspiration Struktur Zuordnung Bildsprache Zeichensystem Zeichenrepertoire Realitätcharakter Konzeptkunst
 1992_papier_153; Tempera und Pastellkreide; 101 x 52 cm

Die Assoziationskraft des Menschen ist grenzenlos. Fetzen der Abbildung der Realität reichen um sie in Gang zu setzen. Denn die Deutung unserer Realität war notwendig zum Überleben. Immerhin lauerte der Feind um die Ecke – seit tausenden Jahren. In Bruchteilen von Sekunden musste der Mensch aus diesen Fetzen eine Gesamtfigur konstruieren und entscheiden: Kumpel oder Feind. Und er hatte die Fähigkeit erlernt dieses einem Anderen mitzuteilen! Als Sprache.

Glücklicherweise konnte er sich darauf verlassen, dass die Elemente der Gegenstände in der Natur in sich ähnlich, also variabel strukturiert sind und von anderen unterschieden. Bereits mit der Zuordnung einzelner Teile wird die Deutung erkennbar.

Temperamalerei_zeigt_unterschiedliche_Zeichen Kreuz Symbol atypisch mehrdeutig montieren Abstraktionsgrad Transkript Assoziationsfeld Semantik Inspiration Imagination Botschaft Kombinatorik Zuordnung Information Zeichenrepertoire Zeichensystem Konzeptkunst
 1989_papier_056; Kreide und Farbe auf Papier; 106 x 72 cm

Doch es reichte nicht. Im Inneren fand der Mensch Gebiete, die er nicht sehen konnte, die aber trotzdem für ihn wichtiger wurden. Diese komplizierten Zusammenhänge musste er benennen, transformieren. Diese Zeichen repräsentieren bestimmte, nicht direkt ablesbare Inhalte der Realität. Diese neuen Inhalte konnte er in die gleichen Strukturen einbinden. Die Gesellschaft akzeptierte diese Absprachen. Sie vereinfachten Gedankengänge; in Gesprächen konnten sie ausgeschmückt werden, denn die Bedeutungen kannte der Eingeweihte.

Acrylglasobjekt_zeigt_normierte_Silhouette_von_Menschen_mit_Zahlenfolgen digital variabel Transparenz Komplexität Illusion Zeichen Assoziation Standardisierung Modifikation Normierung Modul Variabilität Transkription Imagination Abstraktionsgrad Struktur Inspiration Strukturalisierung Realitätscharakter Massengesellschaft Informationsgesellschaft Konzeptkunst
 2016_objekt_02; Print auf Folie vor Acrylglas, Schatten; var. x var. x var. cm

Doch die Zeit der homogenen Deutungsmuster ist vorbei. Alles reibt sich an allem. Der Betrachter muss den Zwiespalt verschiedener Lager überbrücken; eine Deutung muss erfolgen. Aus diesem Gleis von tausenden von Jahren gibt es kein Entrinnen. Seine Assoziationskraft wird gefordert, die Grenze erweitert. Insofern gibt es keine „Nur-Form“.

Subjektive Erklärungsmuster springen in die Bresche und interpretieren das Gesamtgefüge. Denn der Mensch ist variabel. Er ist kreativ.

Handzeichung_zeigt_zusammengepferchte_menschliche_Figuren_in_Schubfach uniform normiert konform Normierung Typisierung Standardisierung Variabilität Abwechslungsreichtum Stringenz Metapher Identität manipulierbar Transformation Erscheinungsbild Ordnung Gesamtstruktur Rangordnung Raster Imagination Interpretation Massengesellschaft Gesellschaftskritik Realität Realismus
1979_Ordnung; Graphit auf Papier; 26 x 23 cm
Temperamalerei_mit_Zeilen_von_Zeichen_ergeben_chiffrierten_Text_vor_Abendhimmel Monotypie unkonventionell Modifikation Variantenreichtum Variabilität Generalisierung Modul Reihung Raster Struktur Schriftbild Assoziation Imagination Inspiration Semantik Botschaft Bildsprache Information Konzeptkunst
1996_papier_039; Tempera und Pastellkreide auf Papier; 98 x 65 cm
Tableau_zeigt_geflochtenen_Zahlenfolgen mehrdeutig Umdeutung Segmentierung Normierung Standardisierung Typisierung Modul Variabilität Imagination Modifikation Assoziationsfeld Semantik Individualität Zeichensystem Relation Struktur Ordnungsprinzip Systematik Relation Realitätscharakter Massengesellschaft Informationsgesellschaft Konzeptkunst
2003_tableau_007; Farbe auf Karton vor Holz; 143 x 143 cm

Wo ist die Grenze der Kraft der Assoziation?

r.hanke